BFKdo Zwettl
18.02.2012 | Franz Bretterbauer | Mitteilungen Öffentlichkeitsarbeit

Modulvorstellung: ÖA 10 - Grundlagen der Öffentlichkeitsarbeit

Die Feuerwehren arbeiten rund um die Uhr für Einsätze, Übungen, Geldbeschaffung, Verwaltung... Doch die Außenstehenden wissen oft nicht viel darüber.

Daher ist die Öffentlichkeitsarbeit ein Muss für alle Feuerwehren. Auch in der NÖ LFWS wird ein eigenes Seminar angeboten, in dem die Möglichkeiten für eine zeitgemäße Öffentlichkeitsarbeit (ÖA) aufgezeigt werden. Ein solches wurde z.B. am 16.2.2012 angeboten.
Andreas Schubert zeigte dabei die Möglichkeiten für ÖA im Hinblick auf Information, Repräsentation und pädagogische Ziele auf (siehe Foto).
Agelika Zedka, eine der Ansprechpartnerinnen für Brandaus im NÖ LFV erläuterte, was für Medienvertreter interessant ist und wie die Medien arbeiten. Auch rechtliche Grundlagen und die Zusammenarbeit mit dem Verband kamen zur Sprache.
Journalisten arbeiten meist und großem Zeitdruck, haben nur begrenzten Platz zur Verfügung, kämpfen mit täglicher Informationsflut und sollen Ansprüchen auf exklusive und gut recherchierte, interessant aufbereitete Geschichten gerecht werden. Die Presse hat also gerne etwas Spektaktuläres, Aufregendes als Aufhänger für eine gute Geschichte. 

Wenn die Presse Sie kontaktiert (z. B. bei Einsätzen)


  • Bleiben Sie ruhig, besonnen und konzentriert
  • Hören Sie dem Journalisten gut zu, was er fragt
  • Aussagen sollen wohl überlegt sein, daher: erst denken, dann reden!
  • Treten Sie seriös auf
  • Geben Sie nur Fakten weiter, die Sie wissen
  • Keinesfalls zu Mutmaßungen oder Übertreibungen hinreißen lassen --> "Sag niemals mehr als du 100%-ig weißt"
  • Datenschutz beachten, z. B. bei Namensnennung
  • Über gute Fotos freut sich jeder Journalist - Quelle dafür bekannt geben
  • Geben sie eine Telefonnummer für Rückfragen bekannt

Wenn Sie die Presse kontaktieren


  • Es ist wichtig, genau zu wissen, welche Information ich transportiert haben möchte
  • schriftliche Presseinformation vorbereiten
  • evtl. Bildmaterial vorbereiten
  • Welche Aspekte könnten den Journalisten interessieren? Welche Fragen könnte er/sie stellen
  • bei heiklen Themen evtl. Pressesprecher zu Rate ziehen
  • Kleidung und gepflegtes Äußeres zum Pressetermin

Rechtliches


  • Keine Vermutungen weitergeben!
  • keine Bilder vom Innenraum eines Brandobjektes ohne Einverständnis
  • Beachtung des Urheberrechtes für fremde Fotos, Artikel
  • Es wurde empfohlen, dass sich die Feuewehr die Rechte für von Mitgliedern gemachte Fotos schriftlich sichert.
  • Auch wird empfohlen, dass sich die FW schriftlich zusichern lässt, dass Fotos von den Mitgliedern veröffentlicht werden dürfen (zB. gleich mit dem Eintrittsantrag)
  • Keine Berichte über nicht öffentliche Angelegenheiten ohne Zustimmung (zB. Disziplinarverfahren)

Hilfreiche Tipps für Berichte


  • Mit dem Ereignis beginnen, nicht mit dem Datum, Uhrzeit etc.
  • Bereits im ersten Satz sollten die wichtigsten Fakten stehen (wer, wie, was, wann, wo, warum)
  • Die Medien schätzen es, wenn sie diese 5 Ws "serviert" bekommen.
  • keine Feuerwehrtechnischen Abkürzungen - bzw. erklären!
  • Bei Namen Vornamen VOR dem Nachnamen (darum heißt er ja Vorname)
  • Richtige Zeitenfolge (Vergangeheit - Gegenwart...) und Rechtschreibung
  • Bildtexte zu jedem Foto (nach dem Bericht) - nicht zu lang (etwa 1 Zeile in Word) mit Hinweis zu welchem Bild
  • Schachtelsätze und unnötige Details weglassen
  • Kontaktperson anführen
  • Journalisten suchen die "Geschichte hinter der Geschichte" - Eine Geschichte mit Kindern oder Tieren hinter einem Schadenfeuer hat bessere Chancen auf Veröffentlichung - daher Foto von Kind/Tier mit FW-Mitglied!
  • Für Berichte über Feiern und Feste - originelle Fotos zum Ereignis
  • Bilder "sprechend" benennen - z.B. Unfall_Zwettl_01.jpg - nicht DSCN4587.jpg
  • Bei Fotos auf die korrekte Adjustierung achten!
  • Nicht zu viele Personen auf einem Foto - keine 30 erahnbare Personen, lieber 3 erkennbare Köpfe
  • Fotos sollten die Arbeit der Feuerwehr zeigen
  • Fotos in guter Auflösung übermitteln, optimal ist eine Größe von ca. 1 MB, alles unter 300 kB ist ungeeignet für die Presse (für Berichte in der Homepage genügt es)
  • Unbedingt eine Vorauswahl der Fotos treffen (nur die besten 3 bis 4 Fotos mitsenden) - das spart dem Journalisten Zeit
  • Evtl. vor der Übermittlung den pesönlichen Kontakt mit den Reportern suchen

Zum Abschluss des 5 Unterrichtseinheiten umfassenden informativen Nachmittages gab es einen Erfahrungsaustausch mit einem Medienvertreter. Der Kurier-Reporter Johannes Weichhart erläuterte seine Wünsche für eine gedeihliche Zusammenarbeit und stand für Fragen zur Verfügung.
Text u. Fotos: Franz Bretterbauer
Quelle: Lehrgangsunterlage der NÖ LFWS

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