Großbrand am TÜPL

Created by Franz Bretterbauer | |   Berichte

22 Feuerwehren und 20 Güllefässer kämpften am 26.3.2022 vorerst mit mäßigem Erfolg gegen den Waldbrand auf dem TÜPL Allentsteig.

Vermutlich durch die Schießübungen auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig entstand ein großflächiger Wald- und Flurbrand. Da der Borkenkäfer dem Wald schon in den letzten Jahren sehr zugesetzt hat, war nun weniger der Wald betroffen, sondern die durch die Trockenheit der letzten Monate sehr gedörrte sonstige Vegetation, vorwiegend Gräser.

Da Brände auf dem TÜPL keine große Besonderheit mehr sind und diese sich in der durch Blindgänger nicht befahrbaren Sperrzone befanden, konnten diese auch vorerst nicht kleinräumig bekämpft werden. Nach Ende der Übungshandlungen zeigte sich jedoch, dass die Brände so großflächig waren und auf weitere Flächen wie den Wald der Windhagschen Stipendienstiftung oder den Bereich der L75 sich auszubreiten drohen.

Es wurden daher um 13.32 Uhr zuerst die FF Stift Zwettl und Zwettl-Stadt alarmiert, die zum Treffpunkt in Pötzles beordert wurden. Im westlichen Teil wurden die Brände vom splittergeschützten Tanklöschfahrzeug des Bundesheeres bekämpft. Von Lotsen des Bundesheeres wurden die Einsatzkräfte daher zuerst zum östlichen Teil des Brandes im Bereich Niederplöttbach/Sonnleithen begleitet, wo mit den Tankvorräten die erste Benetzung der noch nicht betroffenen "Steppengebiete" vorgenommen wurde. Eine direkte Brandbekämpfung konnte wegen der Blindgänger, die man doch des öfteren aus der Ferne explodieren hörte, nicht erfolgen.

Die erste Einsatzleitung wurde von der FF Stift Zwettl (BI Philip Gruber) übernommen und nach Eintreffen von von HBI Dietmar Kargl (FF Franzen) von ihm gestellt. Einatzleiter des Bundesheeres war Oberst Berger. Um 16.05 Uhr traf auch TÜPL-Kommandant Oberst Herbert Gaugsuch ein. Für die Feuerwehren bildete bis zur Ablöse knapp vor Mitternacht das KLF Stift Zwettl und Philip Gruber die Einsatzleitstelle. Gleichzeitig mit den ersten Schutzmaßnahmen wurde bei der Landeswarnzentrale die Alarmierung massiver Kräfte und Güllefässern aus der näheren westlichen und östlichen Umgebung des TÜPL angeordnet, sodass nach und nach 16 Feuerwehren und 20 Güllefässer anrückten.

Als Wasserentnahmestelle wurde einer der letzten Ausläufer des Stausees Ottenstein erkundet, an dem zunächst 4 Tragkraftspritzen stationiert wurden, um die Tanks zu befüllen. Gegen 15.00 Uhr konnte der erste Pendelverkehr errichtet werden. Der Versuch, eine Relaisleitung zu verlegen, wurde nach kurzer Zeit wegen der Länge (es wären 40-B-Längen erforderlich gewesen) wieder verworfen, sodass auch der von der FF Marbach am Wald angeforderte Falttank nicht zum Einsatz kam. Wegen des doch verschmutzten Wassers aus dem See wurde um 16.05 Uhr entscheiden, die TLF nach Allentsteig zur Befüllung zu schicken.

Der leichte Wind fachte die Feuerwalze aber so stark an, dass die Kräfte sich immer weiter zurückziehen mussten und dort der Einsatz bald abgebrochen werden musste, auch kam der Brand der Einsatzleitung und der Wasserentnahmestelle bereits sehr nahe. Der Einsatzleiter entschied daher, die Einsatzleitung in das verfallene ehem. Dorf Dietreichs zu verlegen, wo die Kräfte um 17.55 Uhr eintrafen.

Um 18.45 Uhr wurden über die LWZ noch weitere Tanklöschfahrzeuge und das Waldbrandfahrzeug der FF Blumau/Wild nachgefordert.

Von Dietreichs aus wurden die Straßenränder Richtung Niederplöttbach und Oberplöttbach mit den 20 Güllefässern und etlichen TLF benetzt ("gewaschelt"), um eine Barriere für die Flammenwalze zu schaffen, die das Überspringen auf die andere Straßenseite verhindern sollte. Befüllt wurden die TLF in Allentsteig, die Güllefässer in Dietreichs und Oberplöttbach. Die mittlerweile eingetroffenen OBR Edelmaier und BR Kainrath sorgten mit einigen TLF für den Schutz auf der südlichen Grenze zwischen Niederplöttbach und der L75 und errichteten auch teilweise Gegenfeuer. Dort war der Löscherfolg jedenfalls gegeben.

Gegen 20.00 Uhr wurden einige nicht mehr benötigte Pumpenfahrzeuge entlassen. Die bis zu 17 TLF blieben weiterhin eingesetzt, wobei die Füllung in Allentsteig natürlich viel Zeit kostete. Vom Bundesheer war es dann noch notwendig, die Betankung der Fahrzeuge zu organisieren, was die Tankstelle in Allentsteig übernahm. Auch Durst und Hunger machte sich nach dem stundenlangen Einsatz breit, KR Christof Kastner persönlich lieferte gegen 22 Uhr Mineralwasser und das Bundesheer Wurstsemmeln an - Danke.

Knapp vor Mitternacht wurden auch die Güllefässer und TLF reduziert, die Barrieren waren soweit wie möglich eingenässt, der Wind hatte nachgelassen und die Kräfte hofften, dass die Barrieren bis zum Morgen halten werden. Die FF Friedersbach übernahm die Einsatzleitung von der FF Stift Zwettl, sodass die erstausgerückten Kräfte gegen Mitternacht auch den Heimweg antreten konnten. Beim Heimweg sah man aus der Ferne, dass das Feuer noch unvermindert weiter loderte, aber hoffentlich innerhalb der gesetzten Grenzen.

Die letzten Feuerwehrkräfte rückten dann gegen 03.00 Uhr auch ein (Friedersbach, Allentsteig, Großglobnitz). Vorher wurden auch noch einige gelagerte Holzganter bei Oberplöttbach vor den Flammen gerettet.

Folgende Feuerwehren waren mit insgesamt ca. 250 Mitgliedern eingesetzt (alphabetisch)

  • Allentsteig
  • Altpölla
  • Blumau/Wild
  • Franzen
  • Friedersbach
  • Germanns
  • Gerotten
  • Göpfritz/Wild
  • Großglobnitz
  • Großhaslau
  • Hörmanns
  • Marbach am Wald
  • Neupölla
  • Peygarten-Ottenstein
  • Rudmanns
  • Schmerbach
  • Schwarzenau
  • Stift Zwettl
  • Stögersbach
  • Tiefenbach
  • Wegscheid
  • Zwettl-Stadt
  • Hinweis: bei der auch alarmierten FF Marbach im Felde handelte es sich um eine Fehlalarmierung, gewollt war nämlich Marbach am Wald

Für Sonntag waren weitere Erkundungen durch das Bundesheer und die Anreise des ABC-Abwehrzuges geplant. Auch einige Feuerwehren waren wieder im Einsatz, die am Sonntag Nacht und Vormittag von HBI Franz Loidolt, am Nachmittag von BR Karl Kainrath befehligt wurden.

Fotos: Franz Bretterbauer, Johannes Hofbauer, Philip Gruber, Rudolf Gruber, Christine Bretterbauer, Reinhard Zeilinger, Ewald Edelmaier, FF Göpfritz/Wild, FF Altpölla

Update vom "Tag danach"

Was wir gehofft, aber viele nicht für sehr wahrscheinlich gehalten hätten, ist eingetreten. Die am Vortag gesetzten "Brandschutzstreifen" entlang der Wege haben gehalten, wie Fotos von Philip Gruber zeigen. Zumindest auf den ersten Blick dürften die meisten Bäume auch mit dem Leben davon gekommen sein. Daher doch ein Erfolg - wenngleich der Brand lt. ORF-Bericht unter Hinweis auf die Auskünfte des TÜPL noch nicht aus ist.

Danke jedenfalls bei allen eingesetzten Kräften für die gute Zusammenarbeit und Gratulation zum Löscherfolg.

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Bericht der FF Großglobnitz

(Text u. Fotos: Greogr Wally )

Zur Unterstützung der bereits eingesetzten Kräfte wurden wir am Samstag, 26.03.2022 um 19:22 Uhr zum bereits großflächigen Waldbrand in den TÜPL Allentsteig, genauer in den Bereich Dietreichs alarmiert.

Bis in die frühen Morgenstunden waren wir damit beschäftigt, Wassertransporte durchzuführen, gefährdete Flächen zu bewässern und das splittergeschützte Tanklöschfahrzeug des Bundesheeres gemeinsam mit Kameraden der TÜPL-Feuerwehr mit Wasser zu speisen.

Gesamt waren 23 Feuerwehren mit rund 250 Mitgliedern aus den umliegenden Bezirken, sowie 20 Landwirte mit Güllefässern im Einsatz. Die restlichen Löscharbeiten werden von Kräften des Bundesheeres, unter anderem einem ABC-Abwehrzug fortgeführt. Cirka 04:00 Uhr morgens konnten wir einrücken und uns wieder einsatzbereit melden.

Wir bedanken uns bei allen eingesetzten Kräften für die gewohnt gute Zusammenarbeit.