EBI Wilhelm Kretschmer verstorben

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Am 19.7.2017 verlor Ehrenbrandinspektor Wilhelm Kretschmer den Kampf gegen seine heimtückische Krankheit.

Am Mittwoch, dem 19. Juli 2017 wurde Wilhelm Kretschmer im 64. Lebensjahr - für uns viel zu früh - nach schwerer Krankheit von Gott zu sich gerufen.

"Mit einem Herzen voller Trauer, aber auch dankbar für die gemeinsame schöne Zeit, nehmen wir Abschied", steht auf der Parte.

"Willi" - wie er von uns kurz genannt wurde - war ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Geboren wurde er am 28.9.1953 in Wien. Dort begann er - nach einer Ausbildung als Geometer - auch seine Feuerwehrlaufbahn als Berufsfeuerwehrmann im Opel-Werk. Daneben war er ab 1983 auch Mitglied bei der FF Felixdorf im Bezirk Wiener Neustadt. Dort war er von 1991 bis 1996 Zeug- und Fahrmeister, ab 1994 auch Zugskommandant. In diesen Funktionen war er ein sehr engagiertes Mitglied, besonders der Fuhrpark lag ihm am Herzen. So war es nicht verwunderlich, dass sein damaliger Kommandant bei der Überstellung meinte, wir werden mit Willi Kretschmer viel Freude haben.

Am 1.5.1997 ließ sich Willi nach dem Wohnsitzwechsel mit seiner Gattin Melitta in die Waldrandsiedlung zur Feuerwehr Stift Zwettl überstellen.

Schon in seiner Zeit in Felixdorf absolvierte er die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger und Funker, Maschinistenlehrgang, Technischen Lehrgang, Zeug- und Fahrmeisterlehrgang, ebenso den Schadstofflehrgang, Verwaltungslehrgang etc. Auch die Führungsausbildung zum Gruppenkommandanten und Zugskommandanten hatte er schon, als er zu uns kam. Aber auch bei der FF Stift Zwettl bildete er sich stets weiter, z. B. in Kursen für vorbeugenden Brandschutz, Recht, technische Module etc.

Am 19.1.2003 - Josef Grassinger legte seine Funktion zurück - wurde er zum Feuerwehrkommandant-Stellvertreter gewählt. Auch bei den Wahlen 2006 und 2011 wurde ihm wieder das Vertrauen der Mitgliederversammlung ausgesprochen. 2014, genau 11 Jahre später war er es, der die Verjüngung des Kommandos initiierte und seinen Posten als Kommandantstellvertreter abgab, um die Wahl von Karl Bauer als seinen Nachfolger zu ermöglichen. Bis zu den Wahlen 2016 bekleidete er dann noch die Funktion als Fahrmeister.

Für den Erwerb von Leistungsabzeichen hatte Willi berufsbedingt nicht so viel Zeit, er besaß aber das Funkleistungabzeichen sowie das Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze. Ebenso absolvierte er die Ausbildungsprüfung "Technischer Einsatz" in Bronze und Silber. Nicht so sehr die sichtbaren Abzeichen waren ihm etwas wert, sondern die Gewissheit, dank guter Ausbildung beim Einsatz seinen Nächsten geholfen zu haben.

Für seine Leistungen wurde EBI Kretschmer auch mehrfach ausgezeichnet: So erhielt er 2006 das Verdienstzeichen des NÖ Landesfeuerwehrverbandes 3. Klasse in Bronze. 2010 wurde er mit der Verdienstmedaille des NÖ LFV in Bronze und 2017 in Silber geehrt. Diese Auszeichnungen sollten auch ein Zeichen des Dankes für seine Mitwirkung bei den überörtlichen Feuerwehrtätigkeiten sein, insbesondere bei der Ausbildung der Funker für das Funkleistungsabzeichen.

2008 wurde er vom Land NÖ mit dem Ehrenzeichen für 25-jährige verdienstvolle Tätigkeit im Feuerwehrwesen bedacht.

Seinen Mitmenschen half Wilhelm nicht nur bei Einsätzen, sondern auch als Blutspender. Dafür wurde er vom Roten Kreuz mit den Verdienstmedaillen in Bronze (2001), Silber (2010) und Gold (2017) ausgezeichnet.

Verletzungsbedingt konnte er den Beruf als Berufsfeuerwehrmann zwar nicht mehr ausüben, dies trübte jedoch nicht die Liebe zum Feuerwehrwesen. Beruflich "sattelte" er um und wurde Versicherungskaufmann, was er bis zur Pensionierung blieb. Leider durfte er diese nicht mehr wirklich genießen, denn vor mehr als einem Jahr traf ihn die Nachricht von seiner schrecklichen Krankheit. Trotzdem rückte er bis vor wenigen Monaten noch aus, wenn es ihm irgendwie möglich war.

Von den Feuerwehrfesten ist er der Bevölkerung ebenfalls mit "seinem" Weinstand in bester Erinnerung. Mit Eifer kredenzte er dabei die Weine seiner Verwandtschaft aus Illmitz.

Was Willi anpackte, machte er mit mehr als 100-prozentiger Überzeugung und vollem Einsatz. So war es typisch für ihn, als er sich zu seinem 50. Geburtstag im Jahre 2003 kein persönliches Geschenk wünschte, sondern ein Fahrzeug für die Feuerwehr - das TLF 2000 wurde damals erworben.

Den gleichen Einsatz zeigte er nicht nur bei der Feuerwehr, sondern auch beruflich, aber auch als Obmann des Kameradschaftsbundes Zwettl oder privat als Jäger.

Die FF Stift Zwettl verliert mit Wilhelm Kretschmer einen sehr gut ausgebildeten, eifrigen, disziplinierten, motivierten und freundlichen Kameraden, der sich der Sache "Feuerwehr" bedingungslos annahm. 

Der Verstorbene wurde am Samstag, dem 29. Juli 2017, um 14.00 Uhr in der Pfarrkirche Stift Zwettl unter sehr großer Anteilnahme der Kameraden der Feuerwehren und des Kameradschaftsbundes, der Jägerschaft, Berufskollegen, Nachbarn, Freunden feierlich eingesegnet. Nicht nur die FF Stift Zwettl, sondern auch viele Kameraden aus dem Abschnitt Zwettl und sogar eine Delegation seiner ehemaligen Kameraden aus Felixdorf nahm daran teil. 

Mit der heiligen Seelenmesse, zelebriert von KR P. Gregor Bichl, haben wir uns von Willi verabschiedet. P. Gregor verwies auf die treffenden Worte der Parte: "Wir alle gehen der untergehenden Sonne entgegen, die letzten Strahlen machen bewusst, wie kostbar der Tag war."

Kdt. Karl Bauer und der Obmannstellvertreter des Kameradschaftsbundes Zwettl Ernst Sinhuber wiesen nochmals auf das Leben und die Verdienste von Willi hin und versuchten ebenso wie P. Gregor den Trauernden Trost zu spenden. Bauer: "Besonders schmerzlich ist es, wenn jemand so wie Willi in der Aktivzeit stirbt und eine so große Lücke hinterlässt". 

Seinen Hinterbliebenen, vor allem seiner Gattin Melitta wünschen wir viel Kraft bei der Bewältigung dieses Schicksalsschlages.

Möge der Herrgott ihm seine Verdienste vergelten - Wir werden ihn stets in bester Erinnerung behalten.

Der Anregung auf der Parte, anstelle von Blumen und Kränzen die FF Stift Zwettl und den Kameradschaftsbund Zwettl mit einer Spende zu unterstützen, nahmen viele Trauerbegleiter war. Danke für die Spenden, die auf die beiden Organisationen zu gleichen Teilen aufgeteilt werden.